opferfest

Geht ein Opferfest ohne Opfer?

Assalamu aleikum, kribbelt es bei Euch auch schon? Ich meine… Kurban Bayram steht doch bald vor der Tür… äh .. ich meine Id-ul-Adha…. oder doch lieber Opferfest? Während beim Ramadanfest doch alle mehr oder weniger den gleichen Begriff verwenden, stolpern wir beim kommenden Großereignis schon über die Begrifflichkeit. In türkischen Kreisen ist Kurban das Stichwort und jeder weiß, um was es geht – die arabischen Geschwister dagegen reagieren nur auf Id-ul-Adha oder das große Eid. Und alle, die weder viel in den türkischen noch viel in den arabischen Kreisen unterwegs sind, schauen in die Röhre, denn Opferfest verwendet man noch seltener. Dabei ist doch gerade dieses Fest das große Fest der Ummah…

Der Ramadan war geprägt von der inneren Einkehr, dem Kampf mit den ganz individuellen Schwächen und der intensiven Suche nach der Verbindung zu Allah. So wie einst Mohammed (saws) war diese Zeit der Zurückgezogenheit der Schlüssel zum Glauben: man suchte ihn im nächtlichen Gebet, im morgendlichen Quranlesen und in dem wohligen Gefühl, des ersten Schluck Wassers am Ende des Fastens. Und nach 30 Tagen individueller Prüfung, beendeten wir die Zeit mit einem Fest der Gemeinschaft.

Diesmal geht es andersherum. Der Höhepunkt, der uns jetzt ins Haus steht, beginnt mit der Gemeinschaft: Jetzt sind alle Augen nach Mekka gerichtet. So manches Familienmitglied bereitet sich auf die Wallfahrt (Hadsch) vor, Mütter backen Gebäck und kaufen Geschenke und am Tag von Arafat sitzen die Daheimgebliebenen atemlos vor dem Fernseher und blicken sehnsüchtig auf jene, die gerade mitschwimmen im Gefühl der Ummah: Jeder einzelne dieser Köpfe im Meer der Weißgewandeten ist ein Bruder oder eine Schwester im Glauben. Ob schwarz oder weiß, ob türkisch oder arabisch, ob arm oder reich….. – und obwohl sie die Straßen bis zum Horizont füllen, ist es doch nur ein kleiner Ausschnitt all jener, die zu unserer großen muslimischen Familie gehören.

Und wir starten in dieses Fest mit diesem unglaublichen Gefühl ein Teil einer großen Bewegung zu sein, fasten am Tag von Arafat, um uns seelisch auf eine Prüfung vorzubereiten, die wir Dank Allahs Gnade nur im Kleinen nachvollziehen müssen: dem Opfer. Ibrahim (as) wurde in seinem Glauben noch darin geprüft, seinen geliebten Sohn zu opfern. Es war eine Aufgabe, die nur einem großen Propheten gestellt werden konnte. Er bestand sie und Allah errettete den Sohn im letzten Augenblick und löste ihn durch ein Schaf ein.

Bei dem bevorstehenden Großereignis lässt uns Allah die Größe unserer Gemeinschaft genießen, Er trägt uns in der Gewissheit nicht allein zu sein, Er zeigt uns, dass wir vor Ihm alle gleich wertvoll sind. Aber Er fordert in diesem Glücksgefühl auch den Preis dafür…. Die Prüfung, die wir bestehen müssen, ist nur die des Geldbeutels – gering im Vergleich zu Ibrahim (as) und trotzdem für viele bereits ein fast unüberwindliches Hindernis…

Aber egal wie man das Fest nun nennen möchte: ob Kurban Bayram, Id-ul-Adha oder Opferfest ….. das Opfer ist doch immer elementarer Bestandteil davon.

Kann man es mit gutem Gewissen feiern, ohne es sich mit dem Bestehen dieser einzigen Prüfung – dem Opfer – verdient zu haben?

wa salam und in diesem Sinne “Mein Kurban für meine Ummah”

Eure

EMHA

 

Weitere Informationen zum Thema Opferfest finden Sie hier.

Über den Autor/en

Emha

Emha Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.

Beitrag zuerst erschienen auf: http://weilmuslimehelfen.org/opferfest-opfer

1 Comment

  1. Pingback: Cıvata

Comments are closed.